Kirche Elstorf “Das Dach ist wieder dicht”

Die über 800 Jahre alte Nikolaikirche bildet in Elstorf den Dorfmittelpunkt. Allerdings war das Dach der Kirche, eine der ältesten in Niedersachsen, marode. Zunächst dachten Handwerker und Kirchenvorstand, dass dies vornehmlich der Feuchtigkeit geschuldet war. Bei näherer Betrachtung mussten sie jedoch erkennen, dass der Echte Hausschwamm bereits flächendeckend Einzug gehalten hatte. Der Serpula lacrymans, so der lateinische Name des Pilzes, ist einer der gefährlichsten Hauszerstörer.

Das hohe Gefahrenpotenzial leitet sich von seinen besonderen Fähigkeiten ab: Der Pilz ist nämlich in der Lage, anorganisches Material zu überwachsen bzw. zu durchdringen. so können die Mycelien des Pilzes Mauerwerk, Putz, Schüttungen u.a. durch- bzw. unterwachsen. Bedingt durch die frühere Konstruktion, die keinerlei Luftzirkulation besaß, fühlte sich der Pilz in der feuchten Umgebung richtig wohl.

Die Dachsanierer mussten zunächst die gesamte Konstruktion genau in Augenschein nehmen, um sämtliche befallenen stellen zu lokalisieren. Anschließend wurden die betroffenen Holzteile entfernt und durch eine handwerklich anspruchsvolle, aber statisch sichere Konstruktion ersetzt. Anschließend wurde ein Unterdach aufgebracht. Diese Maßnahme erhöht zum einen die Regensicherheit des Dachs unter der eigentlichen Eindeckung und dient gleichzeitig zu Winddichtung. Dadurch werden die Einflüsse von außen minimiert und die Luftzirkulation, aber auch die Dämmwirkung verbessert.

Schlussendlich wurde das Dach wieder gedeckt und die Kirche erstrahlt in altem Charme mit neuem Dach. Pastorin Ruth Stalmann- Wendt ist glücklich, dass die Kirche noch vor der Schlechtwetterperiode fertig wurde. Die Kosten wurden von dem Kirchkreis Hittfeld (50.000 Euro) sowie der Landeskirche getragen.

Die schlichte Schönheit, direkt an der B3 in Elstorf, hat schon viel erlebt. Der barocke Altar aus Holz oder die 1853 erbaute Orgel mit 16 Registern und 852 Pfeifen laden zum Besuch ein. Das älteste Stück ist ein hölzernes Taufbecken aus dem Jahr 1692. Der hölzerne Glockenturm wurde 1729 mit einer Höhe von 25 m direkt am Mauerwerk der Kirche, ohne Verbindung zum Innenraum errichtet. Eine Kirchenrechnung aus dem Jahr 1637 belegt, dass zuvor bereits ein Turm existierte, der allerdings vermutlich ein paar Meter abseits des Gotteshauses stand.

 

 

Hollenstedter Wochenblatt vom 18.09.2013: Kirche Elstorf “Das Dach ist wieder dicht”

On September 23rd, 2013, posted in: News by

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